Sondereinfügung vom 20.5.2010 Einige Worte in eigener Sache habe ich am Ende hinzugefügt. Meinungsbildung und Meinungsfreiheit in der DDR Die Grundhaltung der DDR war immer, Mitgestaltung in der Gesellschaft. Eine politische Bewertung von Ereignissen ist aber nur möglich, wenn der Einzelne politisches Wissen besitzt. Dieses politische Wissen vermittelten die Parteiorganisationen und gesellschaftliche Organisationen sowie vor allen die Arbeitskollektive in den Betrieben und Einrichtungen gleichfalls die Schulen, Universitäten und Volkshochschulen. Alles wurde ergänzt durch Parteilehrjahr, Gewerkschaftsschulungen und FDJ-Lehrjahr auf allen Ebenen der sozialistischen Gesellschaft. Die Politik zu unserer Zeit hatte kein Interesse an der Verdummung der Menschen, wie es heute üblich ist. Heute heißt es, nur Unwissende sind ein gutes Stimmvolk bei Wahlen. Der Ausgangspunkt für diese Thematik war ein Gespräch mit einer Bekannten in diesen Tagen über Meinungsbildung in der heutigen Zeit. Sie setzt sich ins Auto, macht den Informationssender an, und hört die suggerierten Meinungen. Das war es. Ach halt, die Zeitung hätte ich fast vergessen . Wie war es zu DDR-Zeiten? Zu Beginn der Arbeit oder der Schule wurden die politischen Gedanken ausgetauscht. Es gab einen intensiven Meinungsaustausch. Die Argumente wurden hin und her gewendet und es entstand ein Meinungsbild, wie ein Meinungsmosaik. Vielfach waren die Meinungen kontrovers und jeder übernahm die Gedanken und Argumente, die er für richtig hielt Die Smalltalks von heute bringen gar nichts. Ich glaube, wir waren beide erschrocken, wie primitiv sich heute Meinungsbildung vollzieht. Hohe Achtung habe ich vor den Millionen DDR- Bürgern, die jeden Tag den Willen bekundeten, durch politisches Wissen und aktive Taten für den Sozialismus die Arbeiter und Bauernmacht zu stärken. Eine andere Seite war das gefährlichste Schlachtfeld des Kalten Krieges, die ideologische Diversion. Die Einwirkung des Westens durch die Medien auf die Bürger der DDR war breit angelegt.                                                      Warum entschied sich die Mehrheit trotz täglicher Einflussnahme des Westens immer  wieder für das Leben in der DDR? ·Weil, das DDR-Fernsehen und das BRD-Fernsehen Tag für Tag eine politische Entscheidung abverlangte ·Weil, ihre Lebenserfahrung im Sozialismus, ihre gelebte Wahrheit ihnen einen Vergleich ermöglichten ·Weil, das Schaufenster Westen und die Sensationshascherei erkennen ließen, wie oberflächlich und dendenziös die Darstellungen waren ·Weil, die Darlegungen über den DDR-Alltag den Leben im Sozialismus nicht entsprach ·Weil, sie spürten, dass im Westen für die soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit der arbeitenden Menschen nichts getan wurde In der täglichen Diskussion mussten wir oft auf viele Fragen antworten, die uns der Westen aufdrückte. Diese Diskussionen gab es jeden Tag in vielen Familien, in vielen Arbeitskollektiven, in Gewerkschaftsversammlungen und Parteiveranstaltungen. Hervorheben muss man immer wieder der Hauptinhalt war die Überzeugungsarbeit für den Sozialismus. Die Meinungsbildung war derartig intensiv und kontrovers, wie es sich die Westler und die jüngeren DDR-Bürger nicht vorstellen können. Diese Meinungsbildung wäre ohne Meinungsfreiheit nicht möglich gewesen. Die intensive politische Meinungsbildung in der DDR war eine Kraft, brachte Stabilität, brachte Vertrauen, war Ausdruck eines gesunden Selbstvertrauens bei der Mitgestaltung der Gesellschaft. Das Schwierigste war, zwischen ehrlichen Meinungsaustausch und feindlichen Absichten zu unterscheiden. Was bringt der Small Talk außer, dass er alles verdeckt, das Unwesentliche zum Wesentlichen macht und von Auseinandersetzungen und Meinungsbildung abhält. Es ist die Verlogenheit und Oberflächlichkeit in hoher Potenz. Ja keine politische Meinung preisgeben, kein Anecken zulassen und keine Möglichkeit geben, einen Standpunkt auszustreiten. Es ist  die Methode, Meinungsfreiheit zu verhindern! Es gibt keine Meinungsfreiheit ohne Meinungsbildung. Meinungsbildung vollzieht sich heute in der Hauptsache über Indoktrination (Bevormundung,Belehrung) Da war der kalte Krieg gegen die DDR brutaler. Jeden Tag konnten sich  die DDR-Bürger zwischen 2  Fernsehprogrammen  entscheiden. Und mussten jeden Tag entscheiden, bin ich für die DDR oder gegen die DDR.  Sie mussten sich jeden Tag eine Meinung bilden, ausgehen von der  Wirklichkeit in der DDR und den Verdrehungen des Westfernsehens. „Ein außerordentlicher hoher Anspruch“ Es war immer eine Entscheidung im Krieg der Systeme. In Deutschland war es besonders leicht aber auch besonders schwierig durch die gemeinsame Sprache und die gemeinsame Kultur.  Dieser politisch ideologische Krieg, das Schlachtfeld ideologischer Diversionen erdrückte auch viele Menschen . Man könnte Goethes Faust zitieren:        „ Das ist der Weisheit letzter Schluss: Nur der verdient              sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern        muss.“ Warum entschieden sich die DDR-Bürger immer wieder für die DDR? Ich will einmal versuchen, es an den heutigen Amokläufen an den Schulen darzustellen. Darüber bestehen auch bei denen Kenntnisse, die die DDR und den Kalten Krieg nicht erlebt haben. Die Berliner Zeitung schreibt (10.03.2010): Die Lehren aus Winnenden sind andere Türschlösser, mehr Schulpsychologen und strengere Waffenkontrollen. Verhaltensbroschüren, Lautsprecheranlagen, Handypark für Lehrerverbindungen können die Amokläufe nicht verhindern. Es sind alles Nebenschauplätze, Nebenfelder oder Nebenmaßnahmen die Amokläufer nicht abhalten. Wer Amok laufen will, lässt sich von diesen Maßnahmen nicht beeindrucken. In Hamburg bildet man Krisenteams aus Schülern und betreibt Amoktraining in den Schulen. Freiwillige Waffenabgabe (10000) soll helfen. Dabei kommt auf 5500 Schüler nur ein Psychologe. Auf die Ursachen geht niemand ein, auch der Bundespräsident nicht, weil die Ursachen durch die ökonomischen Bedingungen, die Marktwirtschaft hervorgerufen und nicht beseitigt werden können oder sollen. Die Winnenden Schüler sind besser und ihre Schulleiterin Frau Hahn bringt es zum Ausdruck: „Ich habe einen Traum, dass wir dem Leben wieder trauen und Freude wieder spüren können. Von den Schülern entworfene Symbole - ein Herz, ineinander verschlungene Ringe, Fußabdrücke - stehen für Gefühle und Hoffnungen wie achtbares Zusammenleben, Hilfsbereitschaft und Vertrauen.“ Aber keiner sagt, dass wir das 40 Jahre in der DDR erlebt oder gelebt haben. Es wird deutlich, die ökonomischen Bedingungen müssten sich ändern. Die Ursachen sind: · Prestigedenken der Eltern und dadurch Überforderung der Kinder · Die Verehrung  der Amokläufer wie Helden, weil das Geld einbringt (massenhafte Bilder,      Mittelpunkt der Gesellschaft, Filme, usw.) · Für die Probleme junger Menschen hat keiner Zeit und Geld. (zu wenig Lehrer, kein Vertrauen zu   den Lehrern, keine Jugendorganisation, die vieles richten kann, zu wenig Jugendclubs usw.) · Kein Zurückdrängen des Geltungsbedürfnisses und Verhinderung falscher Vorbilder · Keine Beseitigung der Ellenbogengesellschaft, die Rücksichtslosigkeit und Gewalt gegenüber   anderen fördert. Das Hauptproblem und die Ursachen sind: Wenn die Ellenbogen in der Ellenbogengesellschaft nicht mehr ausreichen, ist der Amoklauf die einzige Möglichkeit, seinen Geltungsdrang, seinen Größenwahn, seinen Egoismus so zu verwirklichen Und das mit wenig Geld. Sich selber zu verwirklichen ist die Devise. Nur dadurch erhält der Amokläufer Presse- und Medieninteresse oder später sogar einen Film über sein Verbrechen. Seine Bild und seine Tat gehen um die Welt, und das immer wieder, weil die Sensationsberichte eine der besten Einnahmequellen sind. Er wird zum negativen Helden, indem er für sein Versagen anderen die Schuld gibt. Für sein Versagen rächt er sich an Unschuldigen. Diese Auswirkungen der Ellenbogengesellschaft erlebten die DDR-Bürger in ausreichendem Maße in vielfacher Weise im Westfernsehen. Sie wussten in der DDR ist so was nicht möglich. Sie spürten jeden Tag den kalten Krieg und seine Auswirkungen auf die Menschen. Vieles ist heute bereits in Vergessenheit geraten und das will die heutige Politik. Die Solidarität der Menschen untereinander und die gesellschaftlichen Möglichkeiten zu verändern aber auch zu verhindern, bestimmten bei Millionen DDR-Bürgern ihre Denkhaltung und ihr Vertrauen in den Sozialismus. Im Streit der Meinungen in der DDR wurden auch Wege zu Veränderungen gesucht. Danach wurde über die Staatsorgane und den Parteiorganen solange umgesetzt, bis die Ursachen der Probleme beseitigt waren.  Heute wird nur geredet und nichts verändert. An Stelle der Ursachenbereinigung werden Reden über alles Mögliche gehalten und unverantwortliche  Zielstellungen formuliert zum Beispiel: Die Delegitimierung der DDR, ein Staatsauftrag der BRD, ein Werk der Antikommunisten und DDR-Hasser  ist die Fortsetzung des Kalten Krieges. Wenn die heutige Politik ehrlicher wäre, müsste sie eingestehen, die Politik der Delegitimierung ist zum Scheitern verurteilt bzw. ist schon gescheitert.               Die Emnid-Umfrage vom 15.03.2010 besagt, dass             80 % der Ostdeutschen und             72 % der Westdeutschen sich vorstellen können, im Sozialismus zu leben, wenn Arbeitsplätze, Solidarität und Sicherheit gewährleistet werden. Diese Forderung kann der Sozialismus erfüllen. · Arbeitsplätze für alle Bürger · Solidarität auf allen Ebenen der Gesellschaft · Sicherheit in sozialer Hinsicht - Verhinderung von Gewalt und Abzocke Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die Emnid-Umfrage 2009 (veröffentlich in der Zittauer Zeitung vom 26.06.2009).              89 % der Ostler sind der Auffassung, man konnte in der                     DDR leben, wenn auch           32 % davon sagen, es gab viele Probleme, aber zur Not                     konnte man damit fertig werden.           57 % davon hielten die DDR für gut und lebenswert,     nur             8 % hatten die Meinung, die DDR hatte ganz          überwiegend schlechte Seiten,  in vielen Bereichen herrschte    Mangel und sie lebten in einer Diktatur.                   . Erstaunlich ist, wie die Westler die DDR sehen, die sie  nie erlebt haben. Die Indoktrination hat hier prägende Wirkung. Die Obrigkeit muss doch Recht haben (siehe Anlage 1). Meinungsfreiheit schließt Veränderungen ein. Was leider in Deutschland nicht möglich ist. 70 % der Deutschen sind gegen den Afghanistan - Einsatz und 80 % für den Sozialismus. Über den EU Beitritt hat man die Bevölkerung lieber nicht abstimmen lassen. Wie viel gilt die Meinung des Volkes? Wann kommen Veränderungen? Was das Obrigkeitsdenken betrifft, das in einer entpolitisierten Gesellschaft zunimmt, gefiel mir die Aussage von Herrn Birnbach in der 3-teiligen Dokumentation zum 2. Weltkrieg (2005 im 3. Teil - Ende des Krieges)da sagt er:           „ Gehorsam ist die Kultur der Deutschen“ Herr Birnbach ist Niederländer und war Häftling in vier Konzentrationslagern der NAZIS. Eine erstaunliche Feststellung. Anmerkung vom 20.Mai 2010 Kollateralschäden im Kalten Krieg Manch einer wollte den Kriegstreiben des Kalten Krieges entfliehen. Welche Möglichkeiten gab es? · Einmal den Kriegsgetümmel sich durch Flucht zu entziehen, durch Überlaufen auf die andere Seite   (Fluchtlawinen) · Einmal durch die Formulierung „Mich interessiert die Politik nicht“, aber ausweichen konnte man     trotzdem nicht, weil das Leben, die Arbeit und Diskussionen jeden einbezogen hat. · Einmal sich in die Nischen zurückzuziehen. Die Datsche und die Kirchen waren günstige Rückzugsgebiete, sie wurden von allen genutzt, auch von den Aktivisten des Kalten Krieges. Wie in jedem Krieg trifft es auch Unschuldige. Heute nennt man dies Kollateralschaden und trotzdem bin ich mir sicher, dass  die große Mehrheit der im Kalten Krieg Verurteilten zu Recht verurteilt worden sind. Wer ist eigentlich schuld an den Fernsehschlachten? Wer ist schuld an den Kollateralschäden? Jeden Tag wurden die Bürger der DDR indirekt und direkt aufgefordert, Straftaten gegen die DDR zu begehen und das 40 Jahre lang. Eigentlich müssten die Anstifter von Straftaten genauso vor Gericht kommen, wie die gefassten Täter. Die DDR-Bürger wurden immer wieder aufgefordert: · Die DDR zu verlassen · Tunnel zu bauen, · Stacheldraht zu überwinden · Mit Luftballons zu fliehen · Mit Boot und Auto die Grenze zu durchbrechen Manch einer, der diesen Aufforderungen nach kam, ist zu Tode gekommen und das immer mit dem beliebten Wort „ FREIHEIT“. Heute werden den Kollateralschäden des Kalten Krieges, Kreuze und Denkmäler gesetzt, aber nicht geschrieben, es waren Kollateralschäden im Kalten Krieg. Das ist die Welt auf den Kopf gestellt. Das ist im Prinzip beispielgebend für die extreme Linke, die unter der Losung „FREIHEIT und GERECHTIGKEIT“ Autos abfackelt, was ich verurteile und für keine berechtigte Kampfform der Arbeiterbewegung halte. Eigentlich müsste sie wissen, dass die bürgerliche Gesellschaft sie nicht zu Helden erklären wird. Das wäre anders, wenn sie die Autos im Sozialismus abgefackelt hätte. Dann wäre sie, wie die Tunnelbauer u.a. zu Helden geworden. Diese verfluchte Beispielwirkung und falsche Heldenverehrung ist fatal. Was haben eigentlich die Tunnelbauer, Autorambos, Bootsbesetzer und die Abfackler von Autos gemeinsam? Sie begangen oder begehen Straftaten unter der Losung „FREIHEIT“ aus Protest oder Egoismus. Einen Unterschied gibt es, die Freiheitsrambos der Vergangenheit haben die Gefährdung von Leben bewusst in Kauf genommen. Die extremen Linken verursacht materielle Schäden. Goethe hatte Recht. Er formulierte:            „ Das Wort Freiheit klingt so schön, dass man es nicht entbehren könnte,  und wenn es einen Irrtum bezeichnete.“                                              Johann Wolfgang von Goethe Anlage 1 Emnid-Umfrage 2009 Einige Worte in eigener Sache. Die Unterhaltung in der Familie und im Freundeskreis sagt mir, die Zielstellung und der Inhalt, die ich verfolge, sind nicht deutlich genug.      1. Dieser Abschnitt umfasst im Wesentlichen nur die individuelle Meinungsbildung im Sozialismus und heute. Meinungsbeeinflußung und Meinungsmanipulation werden erst im Teil 4 dargestellt.      2. Die Darlegungen in meiner Homepage sollen nur meine Erinnerungen deutlicher darstellen, die durch die Verteufelung der DDR verschwiegen bzw. mit Lügen überdeckt werden. Ich will keine Geschichte der DDR schreiben. Dazu fehlen mir die erforderlichen Fähigkeiten und  auch die Fertigkeiten. Im Blickpunkt habe ich immer 64 Familienangehörige.     3. Meine Tochter sagt mir, ich bewege mich in einen Elfenbeinturm und sie hat recht. Nur die Fragen und Meinungen meiner Kinder, Enkelkinder und des Freundeskreises geben mir Anregungen. Seit ich mich  aber der Indoktrination der Medien entzogen habe, sind viele Gedanken und Erinnerungen so deutlich, dass ich sie überhaupt niederschreiben kann.     4. Erwartungen über Willkürerscheinungen in der DDR werde ich erst in den nachfolgenden    Abschnitten und Teilen erfüllen. Die Verteufeler werden trotzdem wenig  Nahrung erhalte