Familie und Stasi 64 Angehörige gehören zu unserer Familie, 15 davon waren zu DDR Zeiten Kommunisten, mindestens 2 würden sich heute nicht mehr als Kommunisten bezeichnen. 6 waren stärker religiös gebunden. Aller Wahrscheinlichkeit hat das MfS (Ministerium für Staatssicherheit) 5Akten von Familienangehörigen angelegt,um Abwerbung zu verhindern. 2 fernere Familienangehörige waren Mitarbeiter des MfS.  . Im engeren Freundeskreis hatten wir 3 Mitarbeiter des MfS. Wir hatten auch eine Republikflucht in der Familie und eine gewollte.Zu dieser Zeit flog keine Maschine ab Westberlin  Ich würde sagen, eine ganz normale DDR Familie, die der kalte Krieg auch nicht geschont hat. Meine Mutter, war vom Faschismus geprägt, war kein Freund des Sozialismus, aber sie war die erste, die den Kontakt mit den Genossen der Staatssicherheit in Taucha suchte. In den 50iger Jahren verschwand ein Familienmitglied spurlos. Meine Mutter bat den Genossen des MfS in unserer Straße, uns doch bitte zu helfen. Nach 3 Tagen wurde sie in Eisenach gefunden. Meine Mutter hatte Angst, dass meine Entwicklung anders verlaufen würde, und wandte sich deshalb an die Staatssicherheit. Die Lehre eines Familienmitgliedes wurde in den 80-iger Jahren durch einen Lehrmeister gefährdet. Der Lehrmeister war Säufer, aber auch Parteimitglied. Der Lehrling hatte keine Chance. Die Tauchaer-Oma wand sich wieder an den Genossen. Sie wusste, nur die Staatssicherheit, kann hier regulieren. Und sie tat es. Der Lehrmeister wurde weggenommen, und die Lehre erfolgreich beendet. Als ich in den 90-iger Jahren einer jungen PDS-Abgeordneten aus Lichtenberg das Beispiel erzählte, war es für sie Denunziation. Die Stasi darf nichts Gutes getan haben. Ich war  erschrocken über die Denkweise, aber sie entspricht dem heutigen Zeitgeist, leider. Nach meinem Wissen hat meine Mutter mindestens 8-mal den Kontakt zu den Genossen gesucht, um Ungerechtigkeiten zu verhindern und Gefährdungen der Kinder und Enkelkinder nicht zuzulassen. Ich schäme mich, dass ich bis heute den Namen dieses Genossen nicht kenne und ich mich bis heute nicht bei ihm bedankt habe, einen Genosse der Staatssicherheit in der Bruno- Schönlank-Str. in Taucha bei Leipzig. Am 17.06.1953 hatte ich gerade einen älteren Volkspolizisten vielleicht sogar sein Leben gerettet. Der faschistische Mob - ca. 30 Männer und Frauen - hatten in der FDJ- Bezirksleitung Leipzig alles zertrümmert und auf die Straße geworden. 4 Volkspolizisten, noch im blauen Overall, sollten gelyncht werden. Als ich danach an der Blechbüchse am Brühl ein weiteres Ereignis erlebte. Auf der Hainstraße kam ein Demonstrationszug von hunderten von Menschen. Sie folgten einer Totenbahre auf der ein Erschossener lag. Der faschistische Mob hatte vorher das Polizeipräsidium gestürmt und alle Kriegsverbrecher, Kriegsgewinnler, KZ-Schergen und Schwarzhändler, die hier inhaftiert waren, freigelassen. Dabei gab es einen Toten, der auf der Bahre lag. Mehrere ältere Faschisten versuchten auf dem Freigelände vor der Blechbüchse die Staatssicherheit zu erobern. Vor sich her schoben sie Kinder. Wohl wissend, dass die Genossen nicht auf Kindern schießen würden. Der Angriff wurde abgewehrt. Nach diesem Erlebnis besichtigte ich das gestürmte Polizeigefängnis. Ich habe noch heute alles vor meinen Augen. Für mich als 20-jährigen war klar, so was darf man nicht mehr zulassen. Ich wurde Mitglied der Partei der Arbeiterklasse. Zu diesem Zeitpunkt war ich Student der Arbeiter- und Bauernfakultät in Leipzig. In den 90-iger Jahren wurde in der „Super Illu“ aufgerufen, Erlebnisse zum 17. Juni 1953 zu schildern. Mein Vorschlag war, in den Akten der Partei und der Staatssicherheit nachzulesen. Die Zensur verhinderte die Veröffentlichung meines Beitrages (Anlage 1). Der Artikel entsprach nicht dem Zeitgeist. Berthold Brecht hatte ähnliche Erlebnisse am 17.06.1953 und schilderte seine Auffassung in einem Brief an seinen Verleger Suhrkamp (Anlage 2). Aussagen und Erkenntnisse waren übereinstimmend, weil wir den 17. Juni direkt erlebt hatten. Die Schreiberlinge von heute schildern Geschichte, wie sie wollen. Da werden nach westdeutschen Vorstellungen faschistische Aktionen als Volksaufstand bezeichnet. Die Tatsachen zeigen, der Ausbau der Staatssicherheit war dringend erforderlich. Ende der 50iger Jahre war ich Mitarbeiter der Elektroapparate Werke in Berlin Treptow. Wir waren 10.000 Beschäftigte. 2400 Beschäftigte arbeiteten in der Schaltergerätefabrik. Die Verantwortung für die Fertigungssteuerung hatte ich als Abteilungsleiter. Dazu gehörte das Gusslager. Interessant war für die Kriminellen das gelagerte Kupfer. Es wurde immer weniger. Verstärkte Kontrollen an den Werkstoren halfen nicht. Erst als die Genossen der Staatssicherheit eingriffen, konnten die Täter gestellt werden. Feinde der DDR klauten das Kupfer mit einem Paddelboot von der Spreeseite und verscheuerten das Kupfer in Westberlin. In diesem Jahr legte ich mich das 1. Mal mit der Staatssicherheit an. Über einen fingierten Diebstahl über 50 Mark wollten sie eine Genossin für das MfS gewinnen. Das erschien mir unfair, und als Gerechtigkeitsfanatiker ging ich zum Parteisekretär mit der Forderung, entweder sie stellen den Quatsch ein oder ich lege meine Funktion als Parteigruppenorganisator nieder. Es beweist, die Stasi konnte auf Weisung der Partei auch Fehler korrigieren. Ende der 60iger Jahre erhielt ich den Auftrag, als Parteiorganisator des ZK der SED eine Eingabe eines Erfinders an den Generalsekretär der Partei zu klären und Vorschläge zu unterbreiten. Es gab den Hinweis, dass in der Kreisdienststelle des MfS umfangreiches Material vorliege. Der Erfinder war der Auffassung, dass sein Modell Kaltstarterleistung von Autobatterien wesentlich erhöht. Den Auftrag des ZK erhielt ich, weil die Betriebe für Batterien zur VVB Elektrische Konsumgüter gehörten. Die Genossen des MfS beschäftigten sich jahrelang mit ihm, weil sein Patent von feindlichen Kräften gestohlen werden sollte, so seine Meinung. Seine Werkstatt war mit vielen Gittern versehen und glich einer Sicherheitsfestung. In der Kreisdienststelle konnte ich viele Gutachten von Instituten einsehen, die bezweifelten, dass die Theorie des Erfinders einen Nutzeffekt bringen würde. Da er sich verfolgt sah, mussten die Genossen fast monatlich eingreifen und sie durften die Nerven nicht verlieren.                                                   Wenn ich als Außenstehender die Aufgaben der STASI beschreiben sollte, würde ich sagen, sie hatte mindestens 3 Hauptaufgaben.                     -   Abwehr der Feindtätigkeit gegen die DDR - innerhalb und außerhalb der DDR                     -   Schutz der Spitzenfunktionäre der DDR, auch der Spitzenkräfte und                                 Spezialisten der Wirtschaft, der Wissenschaft, des Gesundheitswesen, der                         Kultur, der Medien und des Sports. Abwehr der Abwerbungen.                     -  Absicherung der Wirtschaft, vor allen gegen Sabotage und Embargo Die Genossen der Staatssicherheit der DDR hatten die Hauptlast des kalten Krieges zu tragen und sollten einen heißen Krieg verhindern helfen. Es waren die schwierigsten Aufgabe der Partei, die ihnen übertragen wurden. Sie hatten keine Erfahrungen, wie die Geheimdienste in einem antifaschistischen Staatsgefüge funktionieren müssen. Einen Teil Erfahrungen übernahm sie aus der Sowjetunion. Einen General Gehlen, der in der BRD den Geheimdienst nach NAZI - Muster mit NAZIS aufgebaut hat, wollten wir nicht. Es ergibt sich die Frage, warum wird in den Medien nicht über diese 3 Hauptaufgabe berichtet. Die westdeutschen Antikommunisten, in der Hauptsache die Enkel Hitlers wussten, dass die Geheimakten der STASI nach rechtsstaatlichen Grundsätzen unzählige Strafverfolgen in der BRD nach sich gezogen hätten. Die Medien hätten über ihre Verbrechen gegen die DDR berichten müssen. Das musste verhindert werden. Deshalb wurden die Genossen der STASI sofort ins Visier genommen. Sie mussten unglaubwürdig gemacht werden, so wie die DDR delegitimiert werden soll. Es richtete sich der Hass, die Verleumdung und die Lügen gezielt gegen die Mitarbeiter der Staatssicherheit. Die Antikommunisten und DDR Hasser erfanden auch  den Spitzelstaat und hetzten alle aufeinander. Auch unserer Familie wurde davon nicht verschont. Dazu kam, dass der Gegner der DDR die Achillesferse des Sozialismus erkannt hatte. Die sozialistische Gerechtigkeit, die in den gerechten Lohn- und Gehaltsystem, das der niedrigen Preise wie Miete, Grundnahrungsmittel, Gas, Licht, Verkehr entsprach, seinen wirksamsten Ausdruck fand. Da die Gehälter in der BRD wesentlich höher lagen, konnte durch gezielte Abwerbung der Sozialismus geschwächt werden. Der Gegner erkannte die Schwachstelle des Sozialismus und das keine Veränderungen über alle sozialistischen Länder hinweg möglich war. Die Abwerbung setzte in einem unvorstellbaren Ausmaß ein. Besonders stark war sie über die Deutsch-Deutsche Grenze hinweg. Was die Ökonomie nicht verändern konnte, sollten die Genossen der Staatssicherheit richten - eine unlösbareAufgabe. Sie legten Schutzakten an, um zu erkennen, wo und wie musste der Zugriff der Gegner des Sozialismus verhindert werden. Wo lagen die Charakterlichen Stärken, wo die schwächen der gefährdeten Personen. So wurde die Akte von Katharina Witt mit 8 Jahren angelegt. Sie sollte als mögliche Spitzensportlerin zu jeder Zeit geschützt werden. Da sie später Haus und Auto durch die Staatsicherheit zugeteilt bekam, um die Abwerbung zu verhindern, heißt ihre Akte „Begünstigtenakte“ und nicht „Spitzelakte“ oder „Opferakte“. Schutzakten bzw. Überprüfungsakten, auch Täterakten genannt, bestehen aller Wahrscheinlichkeit in unsere Familie für     1.  Einem Auslandmonteur, er hat bestimmt die umfangreichste Akte. Eine Abwerbung hätte                                                                 größere ökonomische Verluste nach sich gezogen. Westbesucher wurden besonders kotrolliert.     2.  Westbesuche im arbeitsfähigem Alter           3   Reisekader und Reservekader - betriebliche Erfordernisse     4.  Reisekader, Lehreraustausch mit  KA     5.  Funktionär in einen örtl. Staatsorgan     6.  Überprüfungsakte  funktionsgebunden Diese Schutzakten werden heute durch die Gauckbehörde ausgenutzt, um eine Spitzeltätigkeit der STASI nachzuweisen. Die schwierigste Aufgabe der STASI wird durch massive Lügen und Verleumdungen ins Gegenteil verdreht. Die komplizierte Aufgabe, vorausschauend Verbrechen gegen die Menschen der DDR zu verhindern, war der Auftrag der Partei an die STASI, dazu mussten sie noch die „Drecksarbeit“ der Partei verrichten. Sie waren im wahrsten Sinne der Worte „Schild und Schwert“ der Partei. Professor Wolfgang Harig formulierte in seinem ND-Interview im Januar 1992 (8 Jahre Gefängnis in Bautzen und Berlin von 1957 - 1964) „Hören Sie, die STASI war Schild und Schwert dieser Partei, also auch Schild und Schwert des Genossen Lothar Bisky. Mag sein, dass er diese Waffe nicht gehandhabt hat, gleichwohl hat er aber als ehemaliges SED-Mitglied doch die Pflicht, zu sagen: „Das waren unsere Leute, die haben für uns die Dreckarbeit gemacht.“ Heute weiß ich, dass der Geheimhaltungszwang in der STASI nur bedingt richtig war. Die Verbrechen der BRD gegen die Bevölkerung der DDR wurden nicht veröffentlicht. Warum?             -  Es sollte der Eindruck erweckt werden, der Sozialismus ist nicht angreifbar.             -  Verbrechen sollten nicht als Beispiel für andere dienen             -  Der Umfang der Straftaten durfte die Moral der Genossen nicht erdrücken, Geheim-                 Haltung auch gegenseitig bzw. auch untereinander waren Pflicht, eigentlich wie in                               allen anderen Geheimdiensten. In Sternradio Berlin erlebte ich 2 solcher Verbrechen. Eine Bombendrohung - die Genossen der Staatssicherheit hatten die Nacht durch mit Spürhunden die Bombe gesucht und keine Bombe gefunden. Die Belegschaft vertraute den Genossen und verließ zum Zeitpunkt der angedeuteten Detonation das Betriebsgebäude nicht. Ich selbst hatte den Auftrag als Verbindungsmann beim Minister die Ereignisse zu verfolgen. Ein 2. Beispiel war die Sabotage der Radioproduktion. Aufgehetzt vom RIAS hatte ein Arbeiter ein wertvolles, kompliziertes Werkzeug in der Stanzerei mutwillig zu Schrott gefahren. Größerer Produktionsausfall war die Folge.                                                                                                   Aus den Bemerkungen von Herrn Prof. Harig ist zu erkennen, jeder leitende Kader hatte Kontakte zur Staatssicherheit und arbeitete mit den Genossen zusammen. Diese Zusammenarbeit gehörte zu unserem Leben und war aus vielen Gründen dringend erforderlich. Die intensivste Zusammenarbeit gab es bei der Auswahl und Vorbereitung von Reisekadern sowie auch bei der Auswertung von Reisekaderberichten, vor allem ins NSW (Nicht Sozialistisches Wirtschaftsgebiet). Mit den Methoden der Antikommunisten, die Zusammenarbeit mit dem MfS an den Pranger zu stellen, wurden im Prinzip alle leitenden Wirtschafts- und Parteifunktionäre gewarnt, sich in der öffentlichen Diskussion zur DDR zu bekennen oder Aufgaben in der heutigen Gesellschaft zu übernehmen. Der Pranger war ihnen sicher und die Gauckbehörde ist dafür ein willfähriges staatliches Instrument (siehe Verleumdungen Gysi oder Stolpe). Interessant dazu ist, was die evangelische Kirche in Deutschland in ihrem Archivgesetz von 1996 festlegt (Anlage 3). Grundlage für die Reisekaderbestätigung für das MfS waren immer die Einschätzungen der jeweiligen Kollektive. Da weitere Befragungen bis zur Bestätigung erforderlich waren, war der Zeitraum manchmal etwas länger (siehe Biographie Emmerlich). Hauptgesichtspunkte waren,                        kann der Reisekader die DDR im Ausland gut vertreten,                        wie sind seine Bindungen in der DDR,                        ist er anfällig für Korruption oder                        würde er sich abwerben lassen. Die Maßnahmen zur Verhinderung der Abwerbung führten zu den bekannten umfangreichen Akten im MfS. Der Umfang der Akten war bei denen besonders groß, die für die DDR wichtig waren und wo die Gefahr der Abwerbung bestand. Wir politischen und staatlichen Leiter hatten nur den Antrag auf Reisekader zu stellen und das mit hoher politischer Verantwortung. Aber bestätigen musste die Staatssicherheit auf der Grundlage der vorliegenden Akten. Heute Spitzelakte genannt, eine außerordentlich schwierige Aufgabe. In meiner Zeit wurde kein Reisekaderantrag abgelehnt, aber manchmal sehr lange geprüft.                                                                 Mit Riesekaderschulungen wurden dann die Personen über Aufgaben und Gefahren der Abwerbung qualifiziert vorbereitet. Bei privaten Reisen zu Verwandten in Westdeutschland war es schon bedeutend schwieriger und sie wurden jedesMal bei ihren Verwandten gefragt, ob sie nicht drüben bleiben wollten. Von unseren 64 Familienangehörigen sind ca. 15 mehrmals privat oder dienstlich im westlichen Ausland gewesen. Schwieriger waren Westreisen bei Geheimnisträgern. Ich kann mich noch erinnern, ein Hauptabteilungsleiter, Genosse und Geheimnisträger in der VVB Elektrische Konsumgüter wollte zur Beerdigung seines Vaters nach Westberlin. Er kam zu mir als Parteisekretär in der Hoffnung, dass ich als Parteiorganisator des ZK ihm dabei helfen kann. Ich konnte nicht, aber ich rief die Genossen des MfS an, ob eine Ausnahme möglich wäre. Die Antwort war nein, aber der Hinweis, wie er zur Beerdigung seines Vaters reisen kann, war hilfreich. Er sollte sich mit dieser Bitte an ein Politbüro-Mitglied wenden. Er wand sich schriftlich an Paul Verner und fuhr zur Beerdigung. Den Hinweis gab übrigens der Genosse des MfS, der im Haus der Elektroindustrie verhaftet wurde, weil er Gelder des MfS noch in Sicherheit  bringen wollte. Noch mal zurück, meine Tochter war mit einem jungen Genossen des MfS befreundet. Als er erkrankte und im Hospital des Ministeriums in der Ruschestraße kam, durfte sie ihn aus Sicherheitsgründen nicht besuchen. Erst sein Vater ermöglichte einen Besuch. Beim Besuch seiner Eltern wunderte sie sich, dass sie keine Gardinen an den Fenstern hatten. Auf die Frage warum, erläuterte sein Vater, ein Offizier des MfS, dass es keinen Zweck habe sich wohnlicher einzurichten, da sie sowieso bald wieder umziehen müssten. Diese aufopfernde Einstellung und die Disziplin waren für meine Tochter zuviel. Soviel Einsatz für den Sozialismus war ihr unheimlich. Jahre später lernte  sie einen Vorbestraften kennen. Sie trafen sich immer im BVG-Bad in der Siegfriedstraße. Auf mein Gespräch, ob es gerade ein gewalttätiger Vorbestrafter sein muss, erhielt ich prompt die Antwort, im Sozialismus muss man Vorbestrafte wieder in die Gesellschaft eingliedern. Eigenartigerweise half mir ein Zufall. Ein Volkspolizist erkundigte sich bei  mir über meine Nachbarn. Da der Schwager Stellvertretender des DTSB Vorsitzender werden sollte. Ich gab ihm die erforderliche Auskunft und Tage später kam meine Tochter und hatte kluge Gedanken, von denen ich sie auch nicht abbringen wollte. Sie möchte nicht, dass ich wegen ihres vorbestraften Bekannten Ärger bekomme. Die Genossen der Staatssicherheit wären doch schon bei mir gewesen. Der Besuch des Genossen hatte eigenartige Auswirkungen und ich ließ meinen Teenager bei den vorgetragenen Gedanken. Die Liebe zu ihrem Vater war stärker, als die Bindung zu ihrem vorbestraften Bekannten. Die Resozialisierung war in diesem Fall gestrichen.   Viele Jahre später wurde der Mann ihrer besten Freundin Mitarbeiter der Staatssicherheit. Sein Vater war Offizier des MfS und sein Sohn kam über das Wachregiment zum Einsatz. Übrigens er stand nach 1989 genauso an dem Pranger, wie alle Mitarbeiter des MfS, obwohl er in seiner dienstlichen Tätigkeit nur Tag für Tag die Westpresse ausgewertet hatte, ob die Aggressivität der Westpresse zunimmt oder abnimmt. Er hatte, wie alle anderen Genossen, keine Verbrechen begangen. Wurde aber als Verbrecher behandelt.. 1990 hatte ich mit ihm, aus Angst um seine Familie, er hatte 2 Kleinkinder, telefonischen Kontakt. Ich bot ihm an ,meine Wohnung im Heckelberger- Ring zu benutzen, wenn er es für richtig hält. Ausgangspunkt war, ein Gespräch im Ministerium für Elektroindustrie am Vortag. Das Gespräch betraf meine Eingabe an den Generalstaatsanwalt der DDR zum Machtmissbrauch des Genossen Dr. Mittag im Jahr 1986 bezogen auf den Einsatz seines Schwiegersohnes im VEB Sternradio Berlin als Fachdirektor. Es stürmte eine junge Genossin weinend in das Zimmer „Meinen Vater haben sie heute Nacht umgebracht. Er war doch bloß Hausmeister in einem Ferienobjekt der Staatssicherheit.“ Das war der Grund, warum ich anrief. Ich hatte Tränen in der Stimme, als ich ihm meine Wohnung als Ausweichunterkunft für seine Familie anbot. Er wohnte in einem MfS-Wohnkomplex.  Auf die Frage, ob ich ihm erzählen solle, warum ich ihm diesen Vorschlag mache, sagte er sicherheitshalber nein. Er ahnte wohl, was ich am Vortag erlebt hatte und wollte nicht noch unruhiger werden. Im Nachhinein muss man sagen, seine Überlegungen waren sinnvoll. 1986 war ich 2 Monate arbeitslos. Ich hatte als Direktor Kader und Bildung im VEB Sternradio Berlin aus gesundheitlichen Gründen gekündigt und bekam in der Industrie keine Anstellung mehr. Als ich es im EAW Treptow, meinem 1. Betrieb nach meinem Studium, es versuchte Arbeit zu bekommen, sprach ich mit dem Kadern - Direktor, der in den 50iger Jahren als BGL-Vorsitzender arbeitete und der Kaderleiterin, die Frau eines ZK Mitarbeiters, der leider verstorben war. Sie sahen keine Einsatzmöglichkeiten. Günter half mir dann aus dem Schlamassel. Die Genossen der Staatssicherheit, die mit ihm zusammenarbeiteten, gaben den Hinweis, ich sollte außerhalb der Industrie eine Aufgabe übernehmen (Anlage 4). Günthers Bemühungen halfen mir als Abteilungsleiter Kader/ Personalwesen im Institut für Mathematik an der Akademie der Wissenschaften der DDR eingesetzt zu werden. Ohne Wende hätte ich diese Funktion weiter ausgeübt. Eine für mich zugeschnittene Aufgabe. Der Institutdirektor war schon 18 Jahre im Amt. Ein hervorragender Mensch und Genosse der sein Leben dem Sozialismus verschrieben hatte, vielleicht auch als Wiedergutmachung für die Verbrechen seines Vaters. Er war Arzt in einem Konzentrationslager gewesen. Die Zusammenarbeit mit den Genossen der Staatssicherheit überließ er seinen Stellvertreter und den Kaderleiter. Unser Führungsoffizier war ein junger Genosse aus dem Wachregiment und ich musste oft drängen, wenn die Reisekaderbestätigungen zu lange dauerten. Die meisten Fragen kamen zu den Kirchenleuten im Institut. Wir hatten einen Synodalen als Reisekader, der im Auftrag des Friedensratens der DDR oft unterwegs war. Er wurde später auch Minister in der Wendezeit. Eine interessante Aufgabe kam auf uns zu, die Genossen der Staatssicherheit waren einen Wirtschaftsverbrechen auf der Spur. Sie wollten von unserem Dachgeschoss aus observieren. Alles geheim und nur 3 Personen im Institut waren eingeweiht. Eine 4. Person, ein parteiloser Bereichsleiter hatte auf einmal Kenntnis, weil er über das Dachgeschoss zum Hauptgebäude oft seinen Weg abkürzte. Das erforderliche Gespräch führte der Stellvertretene Direktor. Über die Ergebnisse der Observierung haben wir aus Geheimhaltungsgründen natürlich nichts erfahren. Wir hatten die Observation der Genossen nach Kräften entsprechend unserer Verantwortung unterstützt und mit abgesichert. Ein anderes Beispiel: Eine Offenbahrung eines Genossen Dr. der Mathematik (B-Promotion) vor dem Personalrat des Institut war für uns leitendende Kader verwunderlich und zwang uns zum Schutz des Genossen zu handeln. Er outete sich als Kader der Staatssicherheit, der für einen Einsatz in Westberlin jahrelang vorbereitet wurde. Wir mussten ihm in persönlichen Gesprächen erst einmal erklären, dass der Gegner zwar den Verrat liebt aber nie den Verräter. Er hörte auf unseren Rat und verließ das Institut. Ob die neue Aufgabe ihn vor der Verfolgung und den Pranger geschützt hat, weiß ich leider nicht. Im Nachhinein kann ich mich an Parteiversammlungen erinnern, wo er oft wacklige Positionen vertrat. Ich glaube es war etwas Vorbereitung, falls er einmal blitzartig die DDR verlassen müsste. Seine Vorbereitung war eine Meisterleistung, aber seine Offenbahrung ein unnötiger Fehltritt. Er hatte der Hysterie nicht wieder standen und sich vor allem nicht zuerst mit erfahrenen Genossen beraten. Ich arbeitete mit einer Genossin zusammen, die Ihre Wohnung für geheime Treffs des MfS bereitstellte. Eigenartigerweise sprach man darüber nicht, das Thema war tabu, wahrscheinlich weil man wusste, dieser Parteiauftrag war an starker Geheimhaltung gebunden! Wenn ich über die 80iger Jahre nachdenke, verstehe ich Herrn Herribert Hellbroich (BND Chef der BRD), der feststellte der Geheimdienst der DDR war der zweitbeste der Welt nach dem Israelischen Geheimdienst (Anlage 5). Ich zitiere: „Was den Einsatz von Agenten anging, lag die HVA hinter dem Israelischen Geheimdienst Mossad eindeutig auf Platz 2.“ Herr Hellbroich hat ganz vergessen, das Mossad wie der BND auch ein westlicher Geheimdienst war und auf Platz 1 liegt. Es ist schon eigenartig. Warum wurden so wenige Genossen der Stasi für Verbrechen verurteilt? Weil sie keine Verbrechen begangen haben und von den wenigen Verurteilten kann ein hoher Prozentsatz in die Kategorie „Rechtsbeugung“ aus politischen Motiven eingestuft werden. Da der Rechtsstaat BRD keine Verbrechen verurteilen konnte, griffen die Politik und die Medien auf die mittelalterliche Methode den Pranger zurück. Die Genossen der Staatssicherheit und die inoffiziellen Mitarbeiter (IM) wurden und werden heute noch an den Pranger gestellt. Dadurch tritt die Situation ein, das Verbrecher die ihre Strafe verbüßt haben in die Gesellschaft ohne wenn und aber wieder eingegliedert werden. Der Rufmord durch den Pranger gilt lebenslang. Es ist die Methode Kommunisten zu verfolgen. Der Pranger:   1. Veröffentlichung aller Namen im Internet                       2. volle Namensnennung in Medien oder Büchern                       3. Namensnennung in Ausstellung oder so genannten Museen Die Folgen sind Berufverbot, Meidung von Kontakten, Kündigung u. s. w. Ein besonders perfides  Beispiel, eine Hetzjagd auf Kommunisten hat sich der Leiter der Gedenkstätte „Roter Ochse“ in Halle Herr Gursky ausgedacht. Er veröffentliche die Namen der MfS Vornehmer in der Gedenkstätte und bezieht sich auf das Stasiunterlagengesetz. Zur Nazizeit waren im „Roten Ochsen“ viele NS-Gegner inhaftiert. Mehr als 500 wurden hingerichtet und der Herr Gursky sagt: „Es kann nicht sein das in der Gedenkstätte die Täter aus der NS-Zeit benannt werden und die aus der Stasi-Zeit nicht“. Was heißt Täter aus der Stasi-Zeit? Welche Verbrechen haben Sie begangen? Warum wurden Sie nicht gerichtlich verurteil? Sie haben ihre Arbeit zur Verhinderung von Straftaten wie jeder andere Genosse der Partei getan und manchmal unter schwierigen Bedingungen. Sie haben keine Verbrechen begangen und werden trotzdem lebenslang an den Pranger gestellt. Was ist daran rechtsstaatlich? Es ist eine Missachtung von Menschenrechten, wie sie so gern in anderen Staaten kritisiert werden (Anlage 6). Von Rechtsstaatlichkeit keine Spur, es ist eine politische Verfolgung von Kommunisten, eine Hetzjagd auf Kommunisten und einige in unserer Familie beteiligt sich leider daran. . Ich möchte zu gern einen öffentlichen Brief an meinen Cousin Klaus richten, der nur nicht veröffentlicht werden wird. Im Gespräch 2008 erzählte er mir, die Stasibehörde habe ihm mitgeteilt es gibt keine Stasiakte zu seiner Person, aber dafür hat er trotzdem einen Spitzel ausfindig gemacht, den ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei). Er ging bei ihm aus und ein und hätte ihn bespitzelt. Wie sah das aus? Als er nach Westdeutschland reisen wollte, hat der ABV das mehrfach befürwortet, die Reisen fanden statt. Als er seinen Wehrdienst ableisten musste, wollte er nicht an die Ostgrenze, es war zu weit nach Hause. Der ABV befürwortete seinen Einsatz an der Westgrenze und er leistete hier seinen Dienst. Heute bezeichnet er den Genossen, der ihm immer nur geholfen hatte, als Spitzel. Wieso  verdreht mein Cousin die Wahrheit? Weil es vielleicht heute so üblich ist. Es ist charakterlos einen Menschen der sein Leben lang Straftaten verhinderte und aufklärte, als Spitzel zu bezeichnen. Bei der Beurteilung von Menschen sollten Taten zur Grundlage genommen werden und nicht Vermutungen. Der ABV, ich kenne ihn nicht, wird wegen seiner politischen Überzeugung verurteilt. Wann werde ich für meine politische Überzeugung verurteilt werden? Im Gespräch mit meinem Enkel erklärte ich ihm, warum ich nicht Mitarbeiter der Staatssicherheit werden durfte. Genossen, die Parteifunktionen inne hatten, durften in der Regel nicht Mitarbeiter des MfS werden, weil sie gewohnt waren, die führende Rolle der Partei durch zu setzten. Die Gefahr bestand, dass derjenige dann die führende Rolle der Staatssicherheit vertreten hätte. Diese führende Rolle war nicht gewollt und durfte es nicht geben. Es kam prompt die Frage:“ Und würdest du heute noch Mitarbeiter der Staatsicherheit werden?“ Meine Antwort war ja. Die aufopferungsvolle Aufgabe der Genossen wird in der heutigen Zeit nicht dargestellt. 80% der Veröffentlichung sind Lügen und Verdrehungen und 20% sind Halbwahrheiten und Klischees.  (siehe Filme über das MfS ) Übrigens wer sich über die Aufgaben der Staatsicherheit informieren will, sollte sich die amerikanischen CIA-Filme ansehen. Mann streiche die Verbrechen dieser Filme und erkennt welche verantwortungsbewusste Arbeit die Staatssicherheit auch im Sozialismus leisten musste. Auch die Verfolgung der inoffiziellen Mitarbeiten (IM) ist eine Hexenjagd auf  aufrechte DDR - Bürger. Die Abwerbung von Spitzenkräften im kalten Krieg konnte nur verhindert werden, wenn rechtzeitig durch die Sicherheitsorgane eingegriffen wurde. Vielleicht wissen es viele nicht, in Berlin agierte 50 Geheimdienste und in der DDR sollen lt. Thüringer Zeitung 10.000 Agenten tätig gewesen sein  Da die Abwerbung eine der hinterhältigsten Methoden des Kalten Krieges war, mussten mehr DDR-Bürger einbezogen werden, eine Abwehrfront aufzubauen. Von dieser Erkenntnis getragen , waren 85% der IM-s von ihrer Tätigkeit zur Abwehr von Straftaten gegen die DDR überzeugt. Deshalb sind auch so viele prominente Persönlichkeiten unter den IM-s, z. B. Spitzensportler, Trainer, Journalisten Schauspieler, Lehrer und Wissenschaftler. So manch einer von den Abwerbern konnte dadurch abgeschreckt bzw. enttarnt werden. Aber einige Zielpersonen wurden auch schwach und ließen sich abwerben. 1989 hatte ich so einen Fall zu bearbeiten. Ein Professor und seine Frau stellen Ausreiseantrag. Die lukrativen Angebote hatten Wirkung gezeigt. Wir mussten dafür sorgen („wir“ sind die verantwortlichen Leiter und die Parteiorganisation) den Schaden zu begrenzen. Es wurde durch den Kaderleiter (Personalchef)ein Dokument erarbeitet, dass alle Maßnahmen zur Begrenzung des Schadens zusammenfasst. Es wurden auch Maßnahmen ausgewiesen, die auf eine Zurückgewinnung abzielten (Anlage 7). Als erstes musste geprüft , welche Betriebsgeheimnisse kann er verraten. Er musste als Geheimnisträger entbunden werden und durfte ab sofort in kein Geheimarbeiten und Beratungen mehr einbezogen werden. Von dem Umfang des Wissens, das unter Geheimhaltung fiel, hing wesentlich der Zeitpunkt der Ausreise nach Westdeutschland ab.  Je länger die Ausreise verschoben wurde, je weniger Wert war das Wissen über die Geheimnisse. In den dargelegten Fall war die Gefahr der Preisgabe von Verschlusssachen etwas geringer. Er verließ mit seiner Ehefrau die DDR.                                                           Für die, die Zusammenfassungen lieben.  Die Aktenberge in der Staatssicherheit sind ein Produkt des kalten Krieges, sie dienten vor allem der Verhinderung von Abwerbungen und sind ins besonders den deutsch deutschen Verhältnissen geschuldet. Hätten wir die CIA-Filme auch über die Staatssicherheit der DDR gedreht und veröffentlicht, hätten die Lügen von der Bespitzelung keinen fruchtbaren Boden gefunden. Es entsteht der Eindruck die Deutschen brauchen ein Feindbild. Bei Hitler waren es die Bolschewisten und bei den heutigen  Antikommunisten sind es die Mitarbeiter des MfS. Wehe, der gute Nachrichten über die Staatssicherheit verbreitet, er wird in jedem Fall an den Pranger gestellt .Erstmals in der deutschen Geschichte wurde eine staatliche Einrichtung zur Verfolgung von Kommunisten, die Gauckbehörde, geschaffen. Die Verfolgung von Andersdenkenden wurde systematisiert. Anlagen:   1  Erlebnis am 17. Juni 1953                 2  Brief an Suhrkamp                 3  Archivgesetz der Kirche                 4  Brief des MEE                 5  HVA Platz 2                 6  „Roter Ochse“ Halle                      7  Dokument Ausreise BRD Unser Familie und die Stasi - meine Erkenntnisse, Erfahrungen und Erlebnisse Unser Familie und die Stasi - meine Erkenntnisse, Erfahrungen und Erlebnisse