Deutschlandtreffen der FDJ  1950  und Scharlach- Diphtherie   Monatelang hatten wir in der FDJ-Organisation in Taucha das FDJ-Deutschlandtreffen vorbereitet und ich konnte durch meine Erkrankung nicht teilnehmen. Mit Scharlach und Diphtherie wurde ich einige Wochen vorher ins St. Georg Krankenhaus in Leipzig eingeliefert. Ich erhielt 40 Penezilinspritzen – aller 3 Stunden eine und sie haben geholfen. Im Unterbewusstsein hörte ich schon immer die Schritte der Schwester und verkrampfte mich, so dass ich den Einstich besonders stark empfand. Als ich die schwierigste Situation überstanden hatte, wurde ich in die Quarantänestation verlegt. Die Quarantänestation war eine riesige quadratische Halle. Vor langer Weile ärgerten wir die jüngeren und legten nachts eine Hand in eine Wasserschüssel. Da wir mittlerweile 8 Jugendliche waren, die in der FDJ mitwirkten, kam uns der Gedanke, die Vorbereitung und Durchführung des FDJ- Deutschlandtreffens im Radio mit zu verfolgen und die Abende mit Klampfenklängen und FDJ-Liedern zu gestalten. Wir hatten nicht mit der Oberschwester gerechnet. Sie war ein „Herkules“ und hat vorher vermutlich in ein Lazarett gearbeitet. Sie lehnte unseren Wunsch kategorisch ab. In einem Schreiben wandten wir uns an die Leitung des Krankenhauses und an die FDJ-Leitung mit der Bitte um Hilfe. Wir kamen mit der Oberschwester wieder ins Gespräch. Sie versuchte uns Angst zu machen, dass durch  die Desinfizierung das Radio und die Klampfe  beschädigt  würden. In der Zwischenzeit hatten einige von ihren FDJ-Organisationen als Anerkennung für ihre Arbeit in Vorbereitung des Deutschlandtreffens Blumen und ein Blauhemd erhalten. Mein erstes Blauhemd. Überraschenderweise stimmte jetzt auch die Oberschwester unseren Vorhaben zu.  Wir spürten das erste Mal, dass das Umdenken von der Hitlerzeit auf die neue Zeit für alle nicht einfach war. Heute würde ich sagen, hier zeigte sich das erste Mal die wichtigste und schwierigste Aufgabe, die vor uns stand, Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir erhielten Radio und Klampfe mit der Verpflichtung, auf schwerere Erkrankte Rücksicht zu nehmen. Ab diesem Zeitpunkt war die Langeweile verflogen, die Atmosphäre in der Quarantäne wurde angenehmer und die Oberschwester hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu uns. Der Heilungsprozess von vielen wurde beschleunigt. Radio und Klampfe haben übrigens die Desinfizierung wohlbehalten überstanden.  G.K.26.Okt. 2010 Nach dem Deutschlandtreffen der FDJ in Berlin zu Pfingsten 1950 kommt es an der Grenze bei Lübeck-Herrnburg zum Skandal. Den 30.000 FDJlern aus dem Westen wird die Einreise in die Bundesrepublik verweigert. Sie sollen sich wegen der "Seuchengefahr" ärztlich untersuchen und registrieren lassen. Das verweigern die Jungkommunisten... es kommt zum Zof